Ensemble Polynushka © 2004-2010
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 Polina Proutskova:

  Polinas Zuhause erstreckt sich über viele Orte: ihre Geburtsstadt St. Petersburg; die russische Provinz, wo sie hinfährt, um alte Frauen – die Traditionsträgerinnen – zu treffen, ihre Lieder zu lernen und ihre Kultur zu dokumentieren; Berlin, wo Freunde und gleichgesinnte Musiker leben; und London, wo sie ihrer Forschung nachgehen kann. Parallel zu ihrem Studium der Mathematik und Linguistik bekam sie eine Gesangsausbildung und trat als Sängerin auf.  Sie begann ihre musikalische Karriere mit dem Dorf-Blues des Mississippi-Delta, sang Jazz, Funk, Rock und Reggae mit diversen Bands. Durch die Begegnung mit sefardischen und russischen Feldaufnahmen erwachte Polinas Interesse für andere, nicht-westliche Musiktraditionen.
  Seit vielen Jahren beschäftigt sich Polina nun intensiv mit russischer Folklore. Sie unternimmt Feldforschungsreisen in verschiedene Regionen Russlands, forscht weltweit in den Musikarchiven. Sie beherrscht die spezifische Gesangstechnik und Stilistik russischer Folklore und tauscht sich mit russischen Ethnologen und Folkloreensembles aus.
   In Berlin ist sie im project ‚ETO_X’ aktiv, das auf der Grundlage russischer ritueller Lieder eine Mischung aus Jazz, Drum&Bass und elektronischer Musik kreiert www.eto-x.de; Zusammen mit Deniza singt sie den Musikalischen Religionsdialog www.musikalischer-religionsdialog.de, wo sie die sefardische und russische Volkstradition vertritt. Heute lebt Polina in London, am Goldsmiths College hat sie die Möglichkeit bekommen zu promovieren und die Grundlagen der neuen Disziplin Computational Ethnomusicology zu erarbeiten.
Deniza Popova:

Deniza wurde in Bulgarien geboren und ist in Norddeutschland aufgewachsen. Als Tochter eines bulgarischen Musikerpaares lernte sie durch ihren Vater, Ivan Popov, das Operntheater und durch ihre Mutter, Leiterin des Folkloreensembles Rostock, verschiedene Musiktraditionen aus aller Welt kennen. Seit 1989 lebt sie in Berlin. Sie studierte Musik/Gesang (Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin) und Musikwissenschaft, Bulgaristik, Musikethnologie (Humboldt-Universität und Freie Universität). Derzeit arbeitet sie an ihrem Dissertationsprojekt zum Thema: „Die authentischen bulgarischen Musiken“. Sie erforscht, singt und beschreibt innerhalb ihrer wissenschaftlichen Arbeiten sowohl die byzantinische Kirchenmusik und deren heutige Existenz in den orthodoxen Kirchen als auch die Volksmusik Bulgariens. (www.musikalischer-religionsdialog.de) Ihr Vorbild sind vor allem die Großmütter, Großväter und Mönche, die sie während ihrer Feldforschungsreisen kennen gelernt hat, aber auch die Ethnologen und Wissenschaftler, die durch ihre Arbeit dazu beigetragen haben, dass wir heute auf Archivmaterial zurückgreifen können, welches uns als „authentische Musik“ inzwischen kaum mehr begegnet. (www.forum440.de)
Dina Labinska:

   Geboren und aufgewachsen in der Nähe von Kiev, studierte Dina Musiktheorie und Musikgeschichte an der Kiever Staatlichen Musikakademie. Dort wurde auch das Fach Folklore und Ethnographie unterrichtet. Dina lernte viele ukrainische Volkslieder von ihrem Vater, aber den authentischen Dorfgesang hörte sie zum ersten Mal während des Studiums, auf ihren Feldforschungsreisen.
   Sie wurde von der Entdeckung einer anderen – mythischen – Welt, die in den Liedern und Erzählungen der Großmütter aus dem Dorf auflebt, tief beeindruckt und beeinflusst. Zusammen mit dem Interesse für die altslavische Archaik, die Teil ihres Lebens wurde, kam auch das Erkennen ihrer eigenen Zugehörigkeit zu dieser Tradition und Kultur.
   Ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Feldforschungsaufnahmen, die sie im Nordosten der Ukraine machte. Ihr Doktorvater war Evgenij Efremov, der Gründer von „Drewo“ – des ersten Ensembles für authentischen Dorfgesang in der Ukraine. Nach dem Studium unterrichtete Dina Musik an der Schule und arbeitete für einen Radiosender. Seit 2000 lebt sie in Deutschland. 
Irina Brockert-Aristova:

  In den USA aufgewachsen als Tochter russisch-deutscher Emigranten, die vor dem Terror unter Stalin flüchteten, trägt Irina den Osten und den Westen in ihrem Herzen. Nach einer glücklichen Kindheit im russisch-ukrainischen Freundeskreis, wo viel gefeiert und gesungen wurde, studierte sie am Bryn Mawr College, an der Indiana University School of Music in Bloomington und an der Hochschule der Künste in Berlin.
   In den 70er Jahren began Irinas intensive Beschäftigung mit Folklore (amerikanische, deutsche, türkische, persische, armenische, aserbaidschanische, kurdische …) als Chordirigentin, Musikbearbeiterin, Instrumentalistin (am Klavier, Akkordeon, Xylophon, Hackbrett), als Sängerin und Tänzerin.
   Seit 1984 ist sie künstlerische Leiterin, Sängerin und Akkordeonistin des von ihr gegründeten Ensembles „PerepjoIotschki“  und Dozentin für russische Folklore. Seit mehr als 30 Jahren hat sie einen Lehrauftrag an der Leo-Borhard-Musikschule Steglitz-Zehlendorf. 2004 gründete sie eine Singschule für amerikanische geistliche Gesänge und Volkslieder www.BerlinShapeNote.de und spielt Akkordeon und Waschbrett in den Bluegrass Bands ‚Ken N´Tucky‘ und ‚Bluegrass Mountain‘.
Veronika Massold:

Geboren in Kasachstan und aufgewachsen in der Ukraine, studierte klassische Gitarre am College für Kunst und Kultur in Lugansk. Seit der Schulzeit beschäftigt sie sich mit der russischen Liedermacher-Tradition. Sie lebt seit 1997 in Berlin und ist Mitglied des Liedermacherclubs Berlin. 2008 schloss sie sich dem Ensemble Polýnushka an.

Geb. 1970, aufgewachsen in Leipzig; Unterricht: Flöte, Gitarre, Chor und russischer Sprachunterricht. In den 80er Jahren lauschte sie beim Abwasch nach dem Sonntagsbraten der ostdeutschen Radiosendung „Unterwegs bei Freunden“, die jeweils ein Land, seine Kultur, Tradition und vor allem originale, authentische Musikaufnahmen von Feldforschungsreisen sendeten. Diese Berichte waren unter anderem Auslöser für viele Reisen – zuerst ins so genannte sozialistische Ausland, danach ganz Westeuropa und Asien – die immer auch mit musikalischem Interesse verbunden waren. Sehr beeindruckt von der Kraft und Poesie der bulgarischen und russischen Volksmusik, begann sie, sich mit osteuropäischer Musik zu beschäftigen, sang in verschiedenen Formationen und traf schließlich 2008 auf Polynushka.
Kathrin Hergert:
Elena Mironova